Blicke auf Smartphonedisplay vor einer Wand mit Post-Its

Was macht ein gutes Foto aus?

Wer über Social Media kommuniziert, kommuniziert hauptsächlich über Bilder. Wie aber wecken Sie durch Fotos Aufmerksamkeit für Ihre Buchhandlung? Wie lässt sich der Daumen beim Scrollen ausgerechnet auf Ihrem Post stoppen?

23. Januar 2023 Lesedauer 5 min 0

Visuelle Informationen werden vom Gehirn 60.000 Mal schneller aufgenommen als Textinhalte. Das machen sich bildbasierte Plattformen und ihre User*innen zu nutze. Seit 2016 werden schätzungsweise über 80 Millionen Fotos und Videos am Tag auf Instagram geteilt. Diese Zahl gibt eine Ahnung davon, welche wichtige Rolle Bilder heute in der Kommunikation spielen – und damit auch dann, wenn Sie Ihre Kund*innen erreichen möchten.

Machen Sie Ihre eigenen Buchfotos

Welche Motive posten Buchhandlungen auf den Sozialen Medien am meisten? Bücher. Klar. Greifen Sie dabei nicht auf Fotos zurück, die es schon gibt. Erstellen Sie Ihre individuellen Bilder und stärken Sie damit Ihre Buchhandlung als Marke. Was aber macht ein gutes Foto aus? Der Bildaufbau (die Komposition), die Perspektive, das Spiel mit Licht und Schatten sowie die transportierte Emotion sorgen für das gewisse Etwas. Sie machen einen Post zum Hingucker oder eben zum „Daumenstopper“. Gerade in der Produktfotografie, wenn Bücher etc. abgebildet werden sollen, ist es sinnvoll, sich einen Fundus an Utensilien anzulegen. Sie können genutzt werden, um Titel stimmungsvoll in Szene zu setzen. Vieles haben Sie bestimmt schon in Ihrer Buchhandlung, schauen Sie sich einfach einmal um.

Unser Tipp:
Legen Sie sich ein kleines Depot an Basis-Materialien für die Bildgestaltung an, wie beispielsweise:

  • Kissen und Decken
  • Verschiedene Unterlagen (Holz, Stein, bunte Pappen…)
  • Pflanzen, Kerzen, Lampen
Eine Frau sitzt auf dem Boden und blickt auf zwei Bücher in ihren Händen.
Copyright: BoD

Ein unkonventioneller Blick ist wichtiger als teures Equipment

Bei Fotos für Social Media ist ein besonderer Blick auf die Dinge wichtiger als eine teure Kameraausrüstung. Spielen Sie mit unterschiedlichen Ansichten und Draufsichten. Da geht mehr als der klassische Bücherstapel, um Ihre Titel zu präsentieren. Arbeiten Sie zum Beispiel mit sogenannte Flatlays.  Ein Buch wird aus der Vogelperspektive fotografiert. So entstehen zweidimensionale Aufnahmen, die über einen spannenden Untergrund und einer kreativen Anordnung der Produkte wirken. Hier können auch Ihre Basis-Materialien perfekt eingesetzt werden, wie zum Beispiel bunte Pappen. Nicht immer muss aber das Cover im Fokus stehen, schöne Buchrücken können ebenso entzücken. Gerade bei Titeln aus einer Reihe bietet es sich an, diese gemeinsam zu inszenieren. Oder fangen Sie den Moment ein, in dem ein Buch aus dem Regal genommen oder aufschlagen wird. Über eine Person im Bild lässt sich ein Bild emotional aufladen. Schauen Sie einer Kollegin über die Schulter, die gerade in einem Buch schmökert und machen Sie aus diesem Blickwinkel heraus das Foto.

Die Perspektive spielt auch bei dem Fotografieren von Veranstaltungen eine wichtige Rolle. Schließlich geht es zum Beispiel bei einer Lesung darum, die Atmosphäre zu transportieren. Da ist es wichtig, die eigenen Räumlichkeiten gut zu kennen und bereits vor der Veranstaltung ein paar Testfotos zu machen. Haben Sie nicht den Anspruch, das Publikum und die Lesende oder den Lesenden gleichzeitig abzubilden. Wählen Sie lieber atmosphärische Ausschnitte oder Detailaufnahmen, die Sie dann zum Beispiel als Reihe (als Karussell) posten können.  So lassen sich im Notfall auch Probleme mit Persönlichkeitsrechten umgehen. Ein schemenhaft eingefangenes Publikum im Hintergrund der Autorin oder des Autors kann zudem ein bewusstes Stilmittel sein und ebenfalls die Stimmung einer Veranstaltung transportieren.

Nutzen Sie Farben und Linien

Das Blick der Betrachter*in kann durch Farben und Linien ganz wunderbar gelenkt werden. Wenn Sie beispielsweise bunte Pappen nutzen, wählen Sie Farben, die auch im Buchcover vorkommen.  Generell sind ruhige und eher helle Hintergründe aber die erste, da sichere Wahl. Hierzu können sie auch einfach einige Bücher umdrehen und sich den weißen Buchschnitt zu Nutze machen. Davor können Sie dann ihre ausgewählten Titel inszenieren. Regale eignen sich wunderbar, um als Linien den Blick zu dem eigentlichen Motiv hinzulenken. Nutzen Sie diese auch bei Mitarbeiterfotos oder Fotos aus dem Buchhandelsalltag. Platzieren Sie eine Kolleg*in zum Beispiel vor der Ecke, in der zwei Bücherregale spitz zusammenlaufen. Oder fotografieren Sie sozusagen am Regal entlang – so dass der Blick automatisch der Regallinie bis zur Person im Bild folgt.

Eine Frau bringt Post-Its an einer grauen Wand mit Schattenwurf an.
Copyright:BoD

Das Spiel mit Licht und Schatten

Gerade durch das Spiel mit Licht und Schatten können Emotionen transportiert werden. Lichtpunkte an den Wänden setzen interessante Akzente. Versuchen Sie dabei auf den Blitz zu verzichten. Fotos werden so meist atmosphärischer. Ist eine Aufnahme zu dunkel, ist es oft möglich, sie im Nachhinein aufzuhellen. Ist das Licht zu kalt oder zu warm, kann ein Weißabgleich helfen. Ganz generell bietet sich für ein gutes Bild eine Nachbearbeitung an. Die Parameter Helligkeit, Sättigung, Kontrast und Weißabgleich sollten dabei standardmäßig überprüft und angepasst werden. Gehen Sie die Sache dabei spielerisch an und probieren Sie die Funktionen auf Ihrem Smartphone einfach einmal aus. Die Änderungen lassen sich in der Regel immer wieder rückgängig machen und Sie bekommen ein Gefühl für die Auswirkungen auf Ihre Fotos. Es gibt auch einige hilfreiche und dabei sehr kostengünstige Apps, die Ihnen bei der Nachbearbeitung helfen können.

Unsere Tipps:

  • Denken Sie an eine nachträgliche Bearbeitung Ihrer Fotos.
  • Nehmen Sie die Parameter Helligkeit, Sättigung, Kontrast und Weißabgleich in den Blick.
  • Apps wie Afterlight oder VSCO helfen bei der Bildnachbearbeitung.

Inspirieren lassen und loslegen

Haben Sie nicht den Anspruch, alle Tipps gleich perfekt umzusetzen. Sie werden aber merken, dass sich Ihr Blick auf die eigenen Bilder mit diesem Hintergrundwissen nach und nach verändern wird. Am meisten Spaß macht die Entwicklung von Foto-Skills natürlich gemeinsam mit anderen. Tauschen Sie sich im Team aus und lassen Sie sich von anderen inspirieren. Schauen Sie bei Instagram z. B. auf den Kanälen von BoD, nordseiten oder bunteschwarzweisswelt vorbei.

Folgen Sie Seiten mit inspirierenden (Buch-)Fotos auf Social Media? Betreiben Sie selbst einen erfolgreichen Instagram-Kanal, in dem sich alles um Bücher dreht? Dann teilen Sie das gerne mit uns in einem Kommentar (siehe unten).


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