Ein Buch liegt auf einer weißen Bettdecke

Im Schlafanzug durch die Buchhandlung

Einmal in einer Buchhandlung übernachten und im Mondschein durch die Regale stöbern – das bietet die Buchhandlung Schwarz auf Weiß in Buxtehude seit 16 Jahren erfolgreich an.

3. Februar 2022 Lesedauer 2 min 0

Beim ersten Campus.Dialog 2022 am 27. Januar beschäftigen sich rund 40 Buchhändler*innen mit unterschiedlichen Formaten, wie man Bücher erlebbar macht. Tanja Drecke, Inhaberin der Buchhandlung Schwarz auf Weiß in Buxtehude war ein sehr gefragter Gast: Sie berichtete von ausgebuchten Wochenenden und Kund*innen aus ganz Deutschland, denn die Übernachtungen in ihrer Buchhandlung sind beliebt!

Kund*innen kaufen bei ihr einen Gutschein per Vorkasse. Darin enthalten: die Übernachtung, ein Frühstück bei einem kooperierenden Café und ein Büchergutschein im Wert von 20 €. „Dieser reicht meistens natürlich nicht aus und es werden auch gern einmal Bücher im Wert von 300 € gekauft.“, verrät Tanja Drecke. Dabei geht dann auch der ein oder andere Ladenhüter über den Tisch.

Die Gutscheine werden gerne verschenkt, Familien und Freunde nutzen das Angebot, auch Hunde dürfen vor Ort übernachten und selbst eine Hochzeitsnacht hat die Buchhandlung schon erlebt. Bis zu sechs Personen können im Laden ihr Nachtlager aufschlagen.

Tanja Drecke / Buchhandlung Schwarz auf Weiss
Tanja Drecke bietet Übernachtungen in ihrer Buchhandlung an – und berichtet von ausgebuchten Wochenenden.

Die Übernachtungen in der Buchhandlung seien ein lohnendes Zusatzgeschäft am Wochenende. Gerade, wenn Instagrammer*innen oder Blogger*innen das Angebot nutzen, erzielen deren Beiträge eine große Reichweite und Aufmerksamkeit auf den Social-Media-Kanälen und für die Buxtehuder Buchhandlung.

Die Buchhandlung bietet eine Matratze und Handtücher für die Übernachtungsgäste.

Tanja Drecke macht aber auch deutlich, dass Buchhandlungen den Aufwand nicht unterschätzen sollten: den Laden für die Übernachtung vorbereiten, Technik und datenschutzrelevante Unterlagen einschließen, Handtücher und Matratze bereitlegen, die Schaufenster abhängen, Flächen desinfizieren, die Schlüsselübergabe organisieren und natürlich auch „Bereitschaftsdienst“ über Nacht einplanen und für Notfälle ansprechbar sein. „Für telefonische Leseempfehlungen mitten in der Nacht stehen wir allerdings nicht zur Verfügung“, sagt sie augenzwinkernd.

„Wenn die Kund*innen mit strahlenden Augen vor mir stehen, geht mir das Herz auf!“

Zumal sollten weitere organisatorische Punkte bedacht werden: Übernimmt meine Versicherung Schäden, die durch Übernachtungsgäste entstehen? Muss meine Buchhandlung jetzt als Ferienwohnung bei der Stadt gemeldet sein? Und welche Corona-Richtlinien gelten aktuell für Übernachtungen?

Tanja Drecke ermutigte zum Schluss die Teilnehmenden des Campus.Dialogs die Übernachtungen anzubieten: „Trotz des Aufwands, der mit dem Angebot einhergeht: Wenn die Kundinnen und Kunden mit leuchtenden Augen und Schlafsack unter dem Arm vor Ihnen stehen und Sie ihnen einen Kindheitstraum erfüllen können, dann geht einem das Herz auf!“

Und wenn es nicht gleich die Übernachtung in Ihrer Buchhandlung sein soll, vielleicht wäre ja ein Abend nach Ladenschluss oder am Sonntag auch etwas für Ihr Sortiment? Bieten Sie auch Übernachtungen in der Buchhandlung an? Wir sind gespannt auf Ihre Erfahrungen in den Kommentaren.


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