Libri.Campus-Ideenwettbewerb: So erobern Buchhandlungen die Herzen der Leser

Die Buchhandlung Vogel aus Reppenstedt, der Bücherwurm in Adelsried und die Buchhandlung Dörner aus Wiesloch sind die Juli-Sieger beim Libri.Campus-Ideenwettbewerb – noch bis Oktober haben Buchhandlungen jeden Monat die Chance, 500 € Projektbudget zu gewinnen.

Mit dem Libri.Campus-Ideenwettbewerb zur Relevanzmethode, die Buchhändler auf dem diesjährigen Libri.Campus live kennengelernt haben, soll das Werkzeug seinen Platz im Alltag der Buchhandlungen finden. Die Methode hilft, in fünf Schritten auf relevante Ideen für die Zielgruppe zu kommen, oder bestehende auf Sinnhaftigkeit zu überprüfen und bei Bedarf zu optimieren. Denn nur Ideen, die für Leser relevant sind, führen zum Erfolg. Mit dem monatlich von der Libri.Campus-Jury vergebenen Projektbudget will Libri die Umsetzung fördern. Bei der ersten Preisvergabe im Juli fiel die Wahl nicht leicht, so dass gleich zwei Projektideen mit jeweils 500 €  prämiert werden: das Nachhaltigkeitsprojekt von Ute Math (Bücherwurm, Adelsried) und das Bücherpicknick von Anja Vogel (Buchhandlung Vogel, Reppenstedt), das mit weiteren Marketingaktivitäten noch erfolgreicher werden soll. Und weil gute Ideen gefördert werden sollten, vergibt Libri im Juli einen Sonderpreis für die Idee mit dem meisten Potenzial: Monika Kempf (Buchhandlung Dörner, Wiesloch) möchte die Buchhandlungs-Schwellenangst bei Kindern abbauen und erhält für die Weiterentwicklung ihres Ansatzes ein Relevanz-Coaching mit Dirk Zeiler, der die Relevanzmethode zusammen mit dem Unternehmensberater Kai Platschke für den Libri.Campus für Buchhändler angepasst und vereinfacht hat.

Die Gewinner-Buchhandlungen haben die Relevanzmethode auf unterschiedliche Weise eingesetzt.

Ute Math wollte die Themen Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit besetzen. Wie kann es gelingen, Menschen, die schon einen umweltbewussten Lebensstil führen, zu überzeugen, darüber hinaus auch plastikfrei zu leben? Und was hindert andere Menschen daran, selbst umweltbewusst zu leben? An dieser Stelle von Ute Maths Projekt wird deutlich, dass der Schlüssel bei den fünf Schritten der Relevanzmethode in der detaillierten Beschreibung der Leute, also der Zielgruppe liegt. Denn nur was Menschen mögen, ist auch relevant. Kurzum: In Zusammenarbeit mit der Grundschule Adelsried/Bonstetten gab es einen Vortrag zum Thema „Besser leben ohne Plastik“ mit ungewöhnlich hohem Besucheransturm und sehr erfolgreichem Buchverkauf. Es folgen Workshops, in denen Kunden zum Beispiel Einkaufsnetze häkeln. Ein weiterer Schritt ist der sogenannte Koffermarkt für regionale Anbieter auf dem Bücherwurm-Gelände. Mit diesen Maßnahmen wird die Buchhandlung noch anfassbarer und  schafft eine Community.

„Die Arbeit mit der Relevanzmethode hilft mir, Ideen zu finden und darauf zu überprüfen ob sie sinnvoll sind und es sich lohnt sie weiter zu verfolgen. Es kostet Zeit, bringt aber viel, da keine Energie auf Ideen verschwendet wird, die keine Zielgruppe haben, für die sie relevant sind. Auch der Austausch in der Facebook-Gruppe Libri.Campus-Werkstatt hat mir neue Impulse gegeben.“ Ute Math, Bücherwurm Adelsried

Die Buchhandlung Vogel schenkt der Mütter-Zielgruppe einfach mal eine Pause, denn gerade Mütter denken oft zuletzt an sich selbst. Mit dem sogenannten Bücherpicknick, das bereits seit fast einem Jahr veranstaltet wird, schafft die Buchhandlung Freiräume und empfiehlt nur Bücher, die die Frauen selbst zum Adressaten haben. Auch die Uhrzeit wurde wohl überlegt: Die Zeit zwischen Sportverein und Kind-ins-Bett-bringen. Mit dem Relevanz-Check wurden neue Kanäle zur Kundenansprache identifiziert und weitere Themen für folgende Bücherpicknicks gefunden.

„Die Ideen sollte ich als Chefin gar nicht alleine erarbeiten. Ganz im Gegenteil! Im Team bekommt jede ein Set der Relevanz-Arbeitsblätter als Vorbereitung für unseren Teamabend. So können völlig unterschiedliche Sichtweisen einfließen. Das Schöne ist, es gibt kein Falsch! Dadurch wird der Teamabend viel spannender und die Klarheit über das, was für uns und unsere Kunden relevant ist, viel größer.“ Anja Vogel, Buchhandlung Vogel, Reppenstedt

Unter den eingereichten Ideen gibt es ein Projekt, das viel Potenzial birgt und jetzt mit Hilfe von Dirk Zeiler weitergedacht wird: Monika Kempf möchte Kindern Raum geben, Raum für Anerkennung ihrer eigenen Leistungen, und gleichzeitig die Schwellenangst vor dem Besuch der Buchhandlung nehmen. Dafür eignet sich hervorragend das Schaufenster der Buchhandlung Dörner. Die Idee: Kinder einladen, das Schaufenster zu dekorieren. Hier wirkt der Anerkennungs-Mechanismus: Kindern fühlen sich wertgeschätzt, sind stolz und zeigen ihren Bezugspersonen das Ergebnis ihrer Arbeit. Zudem wird auch die nachwachsende Smartphone-Generation angesprochen, indem sie in die reale Welt geholt wird. Ein verbindendes Element beider Welten wäre zum Beispiel ein eigener Instagram-Account des Schaufensters, so Dirk Zeiler.

Wie sich die Projekte weiterentwickeln, lesen Sie in der Facebook-Gruppe Libri.Campus-Werkstatt: www.facebook.com/groups/libricampuswerkstatt

Jederzeit in die Relevanzmethode einsteigen, mit diskutieren und eigene Projekte einreichen.

Bisher wurden viele Ideen rund um Veranstaltungen eingereicht, die in der Facebook-Gruppe Libri.Campus-Werkstatt veröffentlicht wurden. Die Methode eignet sich für alle denkbaren Bereiche. Am 15.08.2019 vergibt die Libri.Campus-Jury das nächste Umsetzungsbudget in Höhe von 500 €. 

Aufgrund der großen Nachfrage gibt es zwei weitere Webinartermine mit Dirk Zeiler:

  • 03.09.2019 | 08:00 bis 09:00 Uhr
  • 01.10.2019 | 17:00 bis 18:00 Uhr (Nachholtermin vom 30.07.2019)

Buchhändler können jederzeit einsteigen: Der Leitfaden inkl. Arbeitsblätter „5 Schritte zu mehr Relevanz“ und alle weiteren Informationen sind zu finden unter: www.libri.de/ideenwettbewerb