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Februar 2009 - kartoniert - 221 Seiten
Untertauchen in den Basaren von Kairo, staunen vor den pharaonischen Weltwundern, relaxen in den Taucherparadiesen am Roten Meer - jede Reise nach Ägypten ist eine Konfrontation mit einer der ältesten Kulturen der Welt. Diese Erzählungen von ägyptischen Autorinnen und Autoren berichten von Fellachen und Städtern, von kleinen Leuten und großen Tieren, von Nöten und Glück der Menschen in Ägypten. Sie ermöglichen Begegnungen und Entdeckungen, die dem Reisenden sonst nicht vergönnt sind.
»Es gibt andere Welten als die unsere, auch verborgene Bande und Strahlen.« Alifa Rifaat
»Muhammad gehört zu jenen Fellachen, die seit siebentausend Jahren oder noch länger die Last schultern, unser Land grünen zu lassen. Und wie hart er auch auf dem Feld schuftet, niemals ist er müde, wie lang er auch schläft, niemals ist er ausgeschlafen, und wie viel er auch isst, niemals ist er satt.« Jussuf Idris: Die größte aller Sünden
»Alle sprachen nur noch über den Pyramidentrupp: sieben junge Männer, wissbegierig, selbstbewusst, unternehmungslustig und mutig. Ihr Aufbruch war spektakulär. Sie erklommen die ersten Quadersteine, und bevor sie in dem Eingang verschwanden, drehte sich jeder von ihnen zu der Menschenmenge um. Danach wurde heftig über ihren Vorsatz gestritten, erst dann zurückzukehren, wenn ihnen der Vorstoß zum innersten Kern dieser mächtigen, gewaltigen, durch nichts zu erschütternden Pyramide gelungen war.« Gamal al-Ghitani: Der Pyramidentrupp
»Sie sagt zu den Frauen und zu deiner Mutter immer: >Das ist mein Bräutigam!< Dann senkst du vor Scham den Kopf oder läufst weg, weil du an das denkst, was gestern geschehen ist. Trotzdem wirst du wieder bei ihr sein und ihr das Hemd bis zum Hals heben.« Yussuf Abu Raiya: Der Junge und die Jungfer
»Gut, soll der Knabe Boot fahren, auch wenns ein Unglück ist. Aber was muss das für ein verrückter Vater sein! Und was für eine blöde Mutter! Zuwinken kann sie dem Bürschchen bei seinen Kapriolen! Abhacken müsste man diese Hand! Kairoer Väter und Mütter? Pfui über so eine Stadt.« Jussuf Idris: Die Reise nach Kairo
»Er hieß Aschur Ben Manch an-Naaman und bewachte die Grabmoschee des Sultans Kalawun. Manch einer schien sich vor ihm zu fürchten. Es hieß sogar, dass er mit einer Dämonin Umgang hätte, und wieso verstand er sieben Sprachen, obwohl er den eigenen Namen nur mit Mühe schreiben konnte?« Gamal al-Ghitani: Die Geschichte des Grabmalwächters
»Zum ersten Mal in meinem Leben sah ich eine nackte Frau. Die unbekümmerte, freche Art, mit der sie dastand, dazu noch diese eigenartigen Blicke, versetzten mich in panischen Schrecken. Zitternd wich ich zurück, öffnete die Tür und rannte aus dem Zimmer. Das weiche, glucksende Lachen der Frau verfolgte mich wie eine Schlage.« Nagib Machfus: Dreizehn Spiegelbilder
»Schreib, Mädchen, schreib und erklär deine Geschichte und versteck sie an einem sicheren Ort! Verwahre sie im Bettbezug, das du dazu an der Seite ein bisschen aufschlitzt. Vielleicht findet eines Tages jemand die Seiten und bedauert dich, wenn er erfährt, wie es dir erging.« Salwa Bakr: Einunddreißig schöne grüne Bäume
»Adil gelangte zu einer Anzahl prächtiger Zelte, die sich im Sand unter Palmen am Rande einer Quelle ausbreiteten. Das ist das Land der Zukunft, dachte er im Stillen. Dies ist das Geschärft meines Lebens, dachte er bei sich.« Nabil Naum Gorgi: Das Urteil der Beduinen
Herausgegeben von Lucien Leitess
Die »Bücher fürs Handgepäck« ...
... aus dem Unionsverlag geben jedem, der ein Land kennenlernen will, einen Schlüssel zu dem, was er sieht, hört und erlebt. Als Ergänzung zum klassischen Reiseführer öffnen sie den Blick für das, was unter der Oberfläche liegt.
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