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Juli 2007 - kartoniert - 274 Seiten
Werden in Österreichs Schulbüchern Klischeevorstellungen, Stereotype und Vorurteile transportiert? Eine brisante Frage, der vorliegende Analyse auf den Grund gehen will. Mit durchaus bedenklichem Ergebnis:
Offene Diskriminierungen werden zwar vermieden, Rassismus abgelehnt, fixe Rollenbilder von Männern und Frauen hinterfragt. Nach wie vor aber werden stereotype Bilder vermittelt: von der Überlegenheit Europas und den zum Aussterben verurteilten "Indianern", dem Islam als totalisierender Kraft und "einem Afrika" voller Armut und Bürgerkrieg. Homosexualität wird mit ausufernder Sexualität in Beziehung gesetzt; Inter- und Transsexualität ausgeblendet. Auf der Begriffsebene finden sich "Buschmänner" und "Steinzeitmenschen" genauso wie "primitive Volksstämme" und "Zigeuner". Geschlechtsneutrale Sprache wird teilweise oberflächlich verwendet, gleichzeitig werden klare Normen über die Bild- und Textebene eingeführt: das Model (Frau, exotisch geschminkt) und der Pilot (Mann, in Uniform, inmitten von Technik, im Cockpit). Antisemitismus wird quer durch die Geschichte eher ausgeblendet oder Rechtsextremen zugeordnet; der Nahostkonflikt stark verzerrt dargestellt.
Im Buch geht es nicht darum, diskriminierende Passagen aufzulisten oder einzelne Schulbücher an den Pranger zu stellen. Vielmehr werden Beispiele genutzt, um geläufige wissenschaftliche Diskurse auch auf der Schulbildungsebene nachvollziehbar zu machen - für Schulbuchverlage, Studentinnen, interessierte Eltern, ganz besonders aber für Lehrerinnen und ihre Schülerinnen, deren Kritikpotenzial geweckt werden soll: Das Methodenkapitel bietet nicht etwa eine trockene Abhandlung, sondern eine praktische How-to-do-Anleitung für das kritische Hinterfragen von Texten.
ISBN 978-3-7003-1616-9ISSN 1814-5647
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