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März 1997 - gebunden - 192 S.
Worum geht es? Kissa ist mit Alexander Sergejewitsch verheiratet. Zum Haushalt gehört auch ihr Bruder Serjoscha. Die drei leben in Deutschland, wo Alexander Sergejewitsch Russischunterricht erteilt und Serjoscha als Ingenieur arbeitet.
Eines Tages lernt Kissa Herrn Iw. kennen, einen Deutschen, der nicht ein Wort Russisch spricht. Die beiden verlieben sich, ohne eine gemeinsame Sprache zu haben. Kissa betrügt ihren langjährigen Ehemann und nutzt dessen Reise nach Moskau, um zu Herrn Iw. zu ziehen. Eine Rückkehr - so das Ende des Romans - ist ausgeschlossen.
Was macht Kissa zur Ehebrecherin? Der »Widerspruchsgeist«. Etwas Trotzig-mephistophelisches liegt in ihrer Natur; das zeigen auch die sechs Geschichten von ihren früheren Seitensprüngen, die ihr Verhalten analysieren und offenbaren, daß es ihr weniger um Liebe als um Sex ging, um das lustvolle Spiel der Körper.
Valeria Narbikova findet immer neue Mittel, um das Thema Sexualität anzugehen und in Worte zu fassen. Namentlich die stumme "Liebe" die sich definitiv vom Verbalen ins Körperliche verlagert, stellt an die Sprache der Autorin eigene Ansprüche.
Witzig und poetisch reflektiert Narbikova sprachliche Kommunikationslosigkeit. Lakonisch entwirft sie die Porträts von Kissas Geliebten, und mit Zärtlichkeit das Porträt der Hündin Tanja.
Neben solchen »Geschichten« enthält der Roman eine Fülle assoziativer, wortspielerischer Reflexionen - über die Sprache, den Schlaf, die russische Seele, die Literatur und auch einige bittere Passagen z.B. über Tschernobyl. Narbikova vertraut ihrem Sprachfluß, der Unterschiedlichstes vereint, und der Rhythmik, die auch hier mitreißend ist. Die Horizonte sind Offen, das Leben wie die Kunst - »eine Reise«.
Ein wunderbar eigenwilliges Buch.
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