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Februar 2005 - gebunden - 240 Seiten
Wenn Schönheit die Welt retten könnte
Man stelle sich vor: durch eine kleine Ritze der so feindlich gesonnenen Gegenwart könnte man entschlüpfen in die Zeit vor der Perestroika und die Liebe zur eigenen Zensorin noch einmal nachschmecken eine Liebe, die jetzt so gründlich auf den Hund gekommen scheint. Nur läßt sich bei dieser Zeitreise der Augenblick, bei dem man in der Vergangenheit ankommt, nicht wirklich genau bestimmen. Und so muß man damit rechnen, auch einmal auf dem Zahnarztstuhl zu landen natürlich mit der damals üblichen Wodkanarkose. Der Krieg zwischen Russen und Kaukasiern ist dagegen grausam immerwährende Gegenwart. Wie Makanin in der Titelgeschichte die Schönheit eines kaukasischen Gefangenen zum aufstörenden, aber letztlich chancenlosen Moment des ständigen Kriegszustandes macht, ist in Rußland längst Pflichtlektüre. Und dann sind da noch die Lagerinsassen irgendwo in der sibirischen Taiga mit ihrer stolzen Rebellion. Sie schleichen sich bei der Zwangsarbeit davon, um in unendlicher Mühsal eine Botschaft in den Berg zu meißeln. Das »A« haben sie schon, aber jetzt haben sie über die lange Zeit vergessen, wie es weitergehen soll. Was aber nicht weiter schlimm ist, denn inzwischen scheint sich die politische Großwetterlage geändert zu haben. Aus den vorsichtigen Annäherungen von Häftlingen und Aufsehern gewinnt Makanin große, mächtige Bilder seines literarischen Lebensthemas: Bilder vom unbesiegbaren Behauptungswillen der eigenen Würde.
"Ein ausuferndes und monströses, verstörendes und anrührendes Buch."
F.A.Z. zu "Underground"
"Underground ist ein echter Seismograph postsowjetischer Befindlichkeit Russlands und besitzt die Qualität eines zukünftigen Klassikers."
Die Literarische Welt zu "Underground"
"Selten läßt sich aus einem Roman, der unterhaltende wie intellektuelle Qualitäten besitzt, so viel über die psychische Innenausstattung eines Landes erfahren."
Frankfurter Rundschau zu "Underground"
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