Drei Dinge sind es, die nach Moshé Feldenkrais' Überzeugung den Menschen prägen: Vererbung, Erziehung und Selbsterziehung. Feldenkrais zufolge ist der Mensch Gegenstand und Opfer einer repressiven Erziehung und muß sich erst seiner selbst, d.h. auch seines Körpers und dessen Funktionen, bewußt werden, wenn er wirklich Mensch sein will. Die Methode, mit der das erreicht werden kann, ist ein bewußtes Training aller Funktionen, der geistigen wie der körperlichen. Krankheiten sind nach Feldenkrais soziale Phänomene, Phänomene falscher Erziehung und falscher Anpassung, die durch entsprechendes Körper- und Bewußtseinstraining vermeidbar wären. In Bewußtheit durch Bewegung stellt Feldenkrais seine Methode dar. Auf fünf theoretische Kapitel folgen zwölf praktische Lektionen, die jeder nach seinen eigenen Bedürfnissen und Möglichkeiten durcharbeiten kann. Ein ausführliches Nachwort von Franz Wurm faßt die Grundlagen der Feldenkrais-Methode zusammen.
Drei Dinge sind es, die nach Feldenkrais' Überzeugung den
Menschen prägen: Vererbung, Erziehung und Selbsterziehung.
Nach Feldenkrais ist der Mensch Gegenstand und Opfer einer repressiven
Erziehung und muß sich erst seiner selbst, d. h. auch seines
Leibes und dessen Funktionen innewerden, wenn er wirklich Mensch
sein will. Die Methode, mit der das erreicht werden soll, ist
ein bewußtes Training aller Funktionen, der geistigen wie
der körperlichen. Krankheiten sind nach Feldenkrais soziale
Phänomene, Phänomene falscher Erziehung und falscher
Anpassung, die durch entsprechendes Körper- und Bewußtseinstraining
vermeidbar wären.
In diesem »praktischen Lehrbuch« stellt Feldenkrais
seine Methode dar. Auf fünf theoretische Kapitel folgen
zwölf praktische Lektionen, die ein jeder je nach seinen
Möglichkeiten durcharbeiten kann. Ein ausführliches,
neues Nachwort von Franz Wurm macht Leserinnen und Leser mit der
Feldenkrais-Methode vertraut.
Moshé Feldenkrais
geboren 1904 in Slawuta (Rußland), gestorben 1984 in Tel
Aviv, wanderte als Fünfzehnjähriger nach dem damaligen
Palästina aus. Erste Buchpublikation: Autosuggestion
(1930). Studierte Physik in Paris. Gemeinsam mit Joliot-Curie
erste Kernspaltung in Frankreich (1938). 1940 schickte ihn die
französische Regierung nach England. Neben seiner Tätigkeit
in der britischen Admiralität setzte Feldenkrais seine Forschungen
und Versuche in Neuro- und Verhaltensphysiologie und Neuropsychologie
fort. 1943 hielt er Vorträge vor der British Association
of Scientific Workers, später zusammengefaßt in seinem
grundlegenden Buch Body and Mature Behaviour (1949). Anfang
der fünfziger Jahre wurde der Physiker Feldenkrais nach Israel
als Leiter des wissenschaftlichen Forschungsinstituts der Armee
berufen. Er hielt Vorlesungen über Verhaltensphysiologie
an der Universität Tel Aviv. Er unterrichtete an den Hochschulen
Nordamerikas, an der Sorbonne, in Israel und England. Zu seinen
bekanntesten Schülern gehörten Ben Gurion, Igor Markévitch,
Moshe Dayan, Yehudi Menuhin, Peter Brook, Narciso Yepes, Franz
Wurm, der in Zürich das Feldenkrais-Institut leitet, u.a.
Weitere Titel im Suhrkamp Verlag: Abenteuer im Dschungel
des Gehirns. Der Fall Doris (st 663), Die Entdeckung
des Selbstverständlichen (st 1440) und Das
starke Selbst. Anleitung zur Spontaneität (st 1957).