Der großartige Auftakt von Fontanes epischem Lebenswerk, der mit der Frage nach der historischen und sozialen Rolle des preußischen Adels ein Thema aufgreift, das ihn bis zu seinem letzten Roman, dem zwei Jahrzehnte später erschienenen >Stechlin< beschäftigte. Fontanes >Vor dem Sturm< entfaltet ein Panorama der märkischen Adels-, Bürger- und Bauernwelt, rückblickend in die Geschichte und vorausschauend auf die Befreiungskriege gegen Napoleon. Im Mittelpunkt steht der junge Lewin Vitzewitz, der sich in romantischen Literaturzirkeln im fernen Berlin durchaus wohl fühlt, aber von seinem draufgängerischen Vater zu den Waffen gerufen wird - gegen die rückkehrenden Franzosenheere. Es bahnt sich ein Geschehen an, das Lewin beinahe mit dem Tod bezahlen muss.
Theodor Fontane, am 30. Dezember 1819 in Neuruppin (Brandenburg) geboren und am 20. September 1898 in Berlin gestorben, wurde wie sein Vater Apotheker. 1849 entschloß er sich, als Auslandskorrespondent, Kriegsberichterstatter und Theaterkritiker die Schriftstellerei zum Hauptberuf zu machen. Erst mit fast sechzig Jahren begann er seine berühmten Romane und Erzählungen zu schreiben.