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Juli 2004 - kartoniert - 464 Seiten
Vor zweihundert Jahren sind in England kurz nacheinander zwei Bücher geschrieben worden, welche sich rasch über die ganze Welt verbreitet haben und seither in tausend Bearbeitungen, Übersetzungen und Nachdichtungen zu den weitverbreitetsten Büchern der Welt gehören.
Es sind Defoes Robinson und Swifts Gulliver, beides halbphantastische Reiseromane, beide ursprünglich durchaus für Erwachsene geschrieben, beide im Laufe der Zeit zu höchst haltbaren und unermeßlich einflußreichen Kinderbüchern geworden.Die »Reisen Gullivers« von Jonathan Swift haben ein ganz besonderes Schicksal gehabt. Sie erschienen zuerst im Jahre 1726, und zwar anonym, und wie es scheint, sind schon die ersten englischen Ausgaben voll von Fehlern, Weglassungen und Zutaten von fremder Hand gewesen.
Weiterhin wurde das rasch überaus berühmt gewordene Buch unzähligemal neu gedruckt, übersetzt, überarbeitet, und jener »Gulliver«, den wir als Kinder in Bearbeitung und Kürzungen kennengelernt haben, ist nur noch ein Schatten, eine Erinnerung an das Original. Hat diese seltsame Dichtung auf diese Weise sich die Welt erobert, so ist sie doch zugleich in ihrer ursprünglichen Meinung und Form nahezu ganz verschwunden und mußte von Zeit zu Zeit neu entdeckt und erobert werden.So bekannt einem jeden von uns der Name Gulliver ist, so vertraut uns die Namen Lilliput und Brobdingnag klingen - den eigentlichen, vollständigen, ursprünglichen Gulliver kennen nur sehr wenige. Und dieser eigentliche Gulliver sieht wesentlich anders aus als der tausendmal umfrisierte und abgeschwächte Gulliver unserer Kinderbücher.
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