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Juni 2004 - kartoniert - 556 Seiten
Kein Krieg der neueren Geschichte gilt als so symbolträchtig wie der Spanische Bürgerkrieg. Den deutschen Freiwilligen der Internationalen Brigaden bot sich in Spanien 1936-1939 die Möglichkeit, auf der Seite der Republik gegen den Faschismus zu kämpfen. Viele Interbrigadisten wurden von den Kriegsereignissen tief geprägt: Kommunistische Überzeugung, antifaschistischer Impuls und die konkreten Erfahrungen des Krieges verdichteten sich zu einem zentralen Mythos ihrer Biographie.
Nach dem Sieg Francos und dem Ende des 2. Weltkriegs zog es viele ehemalige Interbrigadisten in die DDR. Hier erfuhren sie gesellschaftliche Anerkennung und gelangten zu hohen politischen und militärischen Ämtern. Ihr Einsatz bildete für die Legitimation des ostdeutschen Staates und seine Abgrenzung gegenüber dem Westen ein unerschöpfliches Reservoir. Die SED stilisierte die Spanienkämpfer zu ewigen Helden und verpflichtete die ostdeutsche Bevölkerung auf ihr Vermächtnis.
Nach dem Fall der Mauer öffneten sich auch Archive jenseits der ehemaligen DDR, wo Dokumente der Interbrigaden jahrzehntelang unter Verschluss gehalten worden waren. Michael Uhl zeichnet vom Beginn des Spanischen Bürgerkriegs bis zum Ende der DDR die Verfestigung eines Mythos, seine Instrumentalisierungen und Brüche, wie sie bei der Verfolgung von Dissidenten sichtbar wurden, nach.
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