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April 2003 - kartoniert - 180 Seiten
Eng am Text interpretiert Humbert Settler in seinem vierten Fontanebuch
den Stechlin durchgehend neu unter Berücksichtigung einer Fülle von Sekundärliteratur.
In einem Handlungsgang wirbt Woldemar von Stechlin, Offizier, 32jährig,
um zwei Damen, zwei Schwestern, und entscheidet sich. Vorbild ist die entsprechende
Phase in Schillers Leben. Wolde-mar wird zur plastischen Figur, während
Melusine und Pastor Lorenzen kritisch zu sehen sind, anders als bisher.
Im zweiten Strang bemüht sich der alte Stechlin, der Vater, seinem Leben
aus der Einsamkeit heraus noch eine Wendung zu geben. Er kandidiert für
den Reichstag, verliert, erkrankt und stirbt. An ihm und einer Fülle von
Nebenfigu-ren entwickelt Fontane sein Menschenbild. - Beide Stränge verknüpft
er untergründig durch Woldemars Mätressenkind Agnes, die der Alte liebgewinnt,
deren Herkunft er aber nicht erfaßt. Fontanes Stil wird eingehend analysiert
bis zu seiner Ahnung hin, daß die Sprache nur individuelle Einsichten,
nicht endgültige Wahrheiten erfassen kann. Gerade darin liegt seine Poesie.
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