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Schreiben Sie eine Bewertung für: Herbert Wehner - Moskau 1937
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Oktober 2004 - gebunden - 570 Seiten
Herbert Wehner, der langjährige Fraktionsvorsitzende der SPD im Deutschen Bundestag, gab über seine Jahre im Moskauer Exil, wo er 1937 bis 1941 als Kandidat des Politbüros der KPD im "Hotel Lux" lebte, nur ungern Auskunft. Seine bereits 1946 entstandenen autobiographischen "Notizen", die Wehner selbst als Aufarbeitung der traumatischen Erfahrungen der Moskauer Jahre sah, veröffentlichte er erst 1982.
Gestützt auf umfangreiches Quellenmaterial zeigt Reinhard Müller, daß Wehners Selbstdarstellung als Opfer des stalinistischen Terrorapparats und mitfühlender Helfer verfolgter Genossen, eine "Schönschrift" und eine Verdrängung seiner tatsächlichen Rolle ist.
In der Lubjanka, der Zentrale der Geheimpolizei Stalins, lieferte Wehner 1937 ausführliche Informationen zu einzelnen KPD-Mitgliedern und oppositionellen Gruppen, die zu einem an alle Dienststellen verschickten NKWD-Direktivbrief entscheidend beitrugen. Dieser "Brief" löste eine große Säuberungswelle unter den deutschen Emigranten aus und in seiner Folge wurden die sogenannten "Trotzkisten" selbst im Ausland noch von NKWD-Agenten verfolgt.
"Ein Hamburger Historiker fand das Schlüsseldokument: Bei der Verfolgung deutscher Emigranten konnte sich der sowjetische Geheimdienst 1937 auf Berichte Herbert Wehners stützen."
Norbert F. Pötzl, Der Spiegel
ISBN 3-930908-82-4
Im Februar 1937 lieferte Wehner in der Lubjanka, der Zentrale der Geheimpolizei Stalins, mehrmals ausführliche Informationen zu einzelnen KPD-Mitgliedern und oppositionellen Gruppen, die zu einem an alle Dienststellen verschickten NKWD-Direktivbrief zur Verfolgung "deutscher Trotzkisten" entscheidend beitrugen. Seine persönliche Gefährdung durch eine gegen ihn angestrengte "Parteiuntersuchung" beantwortete er mit Linientreue und Denunzierung all jener, die nicht der "Generallinie" folgten. Seine Expertisen und "Agenturberichte", führten dazu, daß nach dem Februar 1937 nicht nur in der Sowjetunion eine große Säuberungswelle unter den deutschen Emigranten einsetzte und selbst die sogenannten "Trotzkisten" im Ausland noch von NKWD-Agenten verfolgt wurden.
In der Zeit des "Großen Terrors" geriet Herbert Wehner als ideologisch radikalisierter Funktionstäter in jenes Moraldilemma zwischen Opfer und Täter, das ihn als Verdrängung und Schuldabwehr auch noch nach seinem Bruch mit dem Kommunismus verfolgte.
Reinhard Müller, geb. 1944, Historiker, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Arbeitsbereich "Theorie und Geschichte der Gewalt" am Hamburger Institut für Sozialforschung, Mitglied der Gesellschaft für Exilforschung. Veröffentlichungen u.a.: Die Säuberung, Reinbek 1991; Die Akte Wehner, Berlin 1993; Menschenfalle Moskau. Exil und stalinistische Verfolgung, Hamburg 2001.
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