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Juni 2002 - gebunden - 80 Seiten
Welche Aufgabe hat die Literaturkritik? Welche Funktion übt sie aus? Welche
Rolle kommt ihr zu? An wen wendet sie sich? Was will sie erreichen? Seit
mindestens zweihundertfünfzig Jahren werden diese Fragen in Deutschland
gestellt und immer wieder mehr oder weniger erregt debattiert. Denn sie
treffen ins Zentrum des literarischen Lebens - gestern wie heute. Daher
büßen sie, sooft sie auch erörtert und beantwortet wurden, nichts von ihrer
Aktualität ein. Jene, die über diese Fragen diskutieren und diesmal besonders
leidenschaftlich und bisweilen sogar unerbittlich, die vielen Schriftsteller,
Leser und natürlich auch Kritiker, möchten wir an eine Arbeit von Marcel
Reich-Ranicki erinnern. Vor vielen Jahren entstanden, ist sie gerade jetzt
von besonderem Interesse und bestens geeignet, der Orientierung in den
aktuellen Auseinandersetzungen zu dienen. Der vorliegende Essay wurde 1970
als Einführung zu Reich-Ranickis Buch ¿Lauter Verrisse¿ geschrieben; der
Band faßt Aufsätze über Günter Eich, Hans Magnus Enzensberger, Günter Grass,
Peter Härtling, Günter Kunert, Anna Seghers, Martin Walser, Peter Weiss
und andere zusammen. Der ursprüngliche Titel dieses Essays lautet: ¿Nicht
nur in eigener Sache. Bemerkungen über Literaturkritik in Deutschland¿.
Die ersten beiden Absätze, die Auswahl und Gegenstand des Bandes ¿Lauter
Verrisse¿ betreffen, wurden hier weggelassen. Davon abgesehen, wird der
Text von 1970 unverändert nachgedruckt.
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