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2004 - kartoniert - 304 Seiten
"Romeo und Julia: die Namen stehen längst für einen Mythos, den Mythos
der tragischen Leidenschaft. Die Geschichte hat unzählige Nachahmer gefunden,
und der Aufruhr der Gefühle darin gehört heute, trivialisiert und ausschnittsweise,
zum Repertoire nicht weniger Seifenopern: der tödliche Zwist zweier Familien;
der Blitzschlag der unerlaubten Liebe zwischen den Kindern dieser Häuser;
das Ungestüm und die Zärtlichkeit, mit denen sich beide dieser Liebe versichern;
der Todesmut, mit dem Julia in den Plan einwilligt, sich als Scheintote
'entführen' zu lassen, um damit einer anderweitigen Vermählung zu entgehen
und Romeo nachzufolgen. Und dann natürlich die tragischste aller Szenen,
der Liebestod: Romeo, durch einen fatalen Zufall nur unzureichend über
den Plan informiert, glaubt Julia tot und vergiftet sich in ihrer Gruft;
Julia erwacht und ersticht sich mit Romeos Dolch.Das alles scheint eher
romantisch als elisabethanisch, und durch die gewohnte Brille des 19. Jahrhunderts
(als das Stück als Tragödie zum großen Erfolg wurde, während man es im
18. ohne Bedenken auch mal glücklich enden ließ) sehen wir heute noch jene
'große Liebe', die von der 'Gesellschaft' nicht gewollt wird. Shakespeare
aber erfand zu seiner Zeit mit 'Romeo und Julia' etwas völlig Unbekanntes:
die erste englische Liebestragödie. "
Anzahl der Meinungen insgesamt: 2
--
von
LaLeLu
, 29.08.2009
Aufforderung zum Tanz
von
Polar
, 08.09.2007