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April 1997 - gebunden - 294 S.
Melanchthons historische Bedeutung als der Reformator neben Luther und als Versöhner von Humanismus und Reformation wird oft hervorgehoben und ist unbestritten. Sein Leben und Werk blieben dennoch weitgehend unbekannt. Vorurteile statt Quellenkenntnis sind auch in wissenschaftlichen Schriften zu finden. Heinz Scheible, der Herausgeber von Melanchthons Briefwechsel, legt nun nach jahrzehntelangem Studium der Quellen eine Biographie vor, in der ohne gelehrten Apparat die Dramatik von Melanchthons Leben anschaulich gemacht wird. Die entscheidenden Ereignisse werden in enger Anlehnung an Melanchthons eigene Sicht der Dinge geschildert. Dadurch wird die innere Logik seines Handelns, das von Zeitgenossen wie von der Nachwelt nicht immer verstanden wurde, einsichtig gemacht. Dies betrifft vor allem die Wittenberger Bewegung 1521/22, den Augsburger Reichstag 1530, die Rückkehr nach Wittenberg nach dem Schmalkaldischen Krieg 1547, die Stellung zum Augsburger Interim 1548/49 und das Wormser Religionsgespräch von 1557. Sein Verhältnis zu Luther wird von verschiedenen Seiten beleuchtet. Im Hintergrund der Analysen steht die allgemeine Frage, wie sich im Handeln dieses Mannes, dessen Einfluß auf die Zeitgenossen und dessen Nachwirkung ungewöhnlich groß waren, Sachzwänge und Entscheidungsfreiheit gewichten lassen. Es ist das philosophische und theologische Problem der Willensfreihelt, das zwischen Luther und Erasmus ausgetragen wurde und deshalb auch für Melanchthon so wichtig war, das in dieser Beschreibung seines Lebens ständig präsent ist.
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