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Dezember 2010 - kartoniert - 244 Seiten
Fontanes Roman "Irrungen, Wirrungen" wird unter Berücksichtigung der Überlegungen Nietzsches zur Kunst und Literatur aus ästhetischem Blickwinkel gelesen; soziologisch-historische Gesichtspunkte der Auslegung treten zurück. - Die treibende Kraft im Handlungsspiel der Akteure ist nicht begriffliches Zweckdenken, sondern die "große Vernunft des Leibes", die "ästhetische Vernunft". Das Vorbewußte erscheint literarisch in sprachlicher Verdrängung. - Der Selbstbildungsprozeß Botho v. Rienäckers verläuft im Zeichen der Spannung zwischen einem Leben im "ästhetischem Zustand" (Lene Nimptsch) und einem Dasein nach Maßgabe des gesunden Menschenverstandes (Käthe v. Sellenthin). - Fontanes Perspektivismus gewinnt am Schluß des Romans sinnfällige Kontur in Bothos Ironie, die im Akt des "Zugleich-Denkens" rationale und intuitive Einstellungen in ästhetischer Schwebe verknüpft.
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