Bewertung schreiben
Schreiben Sie eine Bewertung für: Ilias
Nur die mit fett gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden!
August 2004 - kartoniert - 432 Seiten
Die Ilias behandelt das Gedicht vom Troischen Krieg, und zwar Kriege und Kämpfe in fast ununterbrochener Folge. Sie ist aber kein kriegerisches Epos. Die Ilias handelt von Helden und ihren Schicksalen, ist aber kein heldisches Epos. Der Krieg wird in der Ilias von vielen, die den Kampf durchfechten, als schwere Mühsal (ponos) und leidvolles Verhängnis empfunden. Und in seiner brutalen grausamen Realität ist er für Homer der Dämon Ares, den alle Olympischen Götter und sein Vater Zeus hassen und den die Göttin Athene im fünften wie im einundzwanzigsten Gesang mit überlegener Geisteskraft zu Boden wirft. Der Kampfin seiner anerkannten Weise ist der Einzelkampf, in dem es auch hart, aber »nach der Ordnung« zugeht [...] Was in der Ilias Homers den Krieg und das alte Heldenwesen bereits in einer neuen Form aufgehoben hat, das ist, mit einem Wort, das Menschliche, das in seiner Ausgesetztheit, Gefährdung, in seiner ganzen Problematik von dem Dichter erlebt und erlitten ist. Es ist der »erste Schritt vom leidenschaftlich Unbedingten zum seelischen Zwiespalt ..., der Schritt vom Heldisch-Übermenschlichen zum Problematisch-Menschlichen« (Karl Reinhardt). Und das Epos, das den Krieg und das Heldische in dieser Problematik sieht und die einzelnen Handlungen wie die Handlung im ganzen darauf zuschneidet, ist ein menschlich-tragisches Epos. Wolfgang Schadewaldt Prof. Dr. Wolfgang Schadewaldt (1900-1974) gehörte zu den bedeutendsten Vertretern der Altphilologie und Literaturwissenschaft. Durch eine Fülle von wissenschaftlichen Arbeiten, Übersetzungen und Bearbeitungen gelang es ihm, die Welt der Antike, besonders das antike Theater, für die Gegenwart lebendig zu erhalten. Der in Berlin geborene Wissenschaftler wurde dort 1927 Dozent, war 1928 Professor in Königsberg, 1929 in Freiburg, 1934 in Leipzig, 1941 in Berlin. Von 1950 an bis zu seiner Emeritierung lehrte er in Tübingen. Wichtigste Werke: Die Heimkehr des Odysseus (1946); Legende von Homer dem fahrenden Sänger (1942, 59); Sophokles und das Leid (1948); Sappho, Dasein in der Liebe (1950); Griechische Sternsagen (1956); Hellas und Hesperien. Gesammelte Schriften zur Antike und zur neueren Literatur (1960); Goethe-Studien. Natur und Altertum (1963); Griechisches Theater. Übersetzung von Dramen (1964); Sophokles, König Ödipus. Text, Essays und Wirkungsgeschichte. it 15 (1973, 1975??2); Sophokles, Antigone. Text, Essays und Wirkungsgeschichte. it 70 (1974). Übersetzungen: u. a. Carmina Burana (1953); Homers Odyssee in Prosa (1957); Thukydides, Gefallenenrede; Dramen von Aischylos, Sophokles u. a.
Anzahl der Meinungen insgesamt: 0