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November 2002 - gebunden - 592 Seiten
Das fünf Jahre währende Bombardement deutscher Städte und Gemeinden im
Zweiten Weltkrieg ist ohne Vergleich in der Geschichte. Neben der Vertreibung
aus den Ostgebieten des Reiches war es die größte Katastrophe auf deutschem
Boden seit dem Dreißigjährigen Krieg. Bombardiert wurden mehr als tausend
Städte und Ortschaften. Auf 25 Millionen Zivilpersonen, überwiegend Frauen,
Kinder und Alte, fielen über eine halbe Million Tonnen Spreng- und Brandbomben.
600 000 Todesopfer und der unwiederbringliche Verlust der seit dem Mittelalter
gewachsenen Städtelandschaft waren zu beklagen. In der nationalen Erinnerung
haften die Fanale von Dresden und Hamburg. Das Los von Pforzheim, Dortmund,
Darmstadt, Krefeld, Kassel und zahlreicher weiterer Städte, die ebenso
eingeäschert wurden, ist kaum bekannt. Bis heute existiert keine umfassende
zeitgeschichtliche Darstellung, die die tatsächliche Dimension des Geschehens
und das Schicksal der Betroffenen erfasst. Der Berliner Historiker und
Publizist Jörg Friedrich, der sich durch Bücher über den NS-Vernichtungskrieg
einen Namen gemacht hat, legt nun das längst überfällige Werk über diese
von Briten und Amerikanern systematisch geplante und durchgeführte Terrorkampagne
gegen Deutschlands Städte und ihre Bewohner vor. Auf breiter Quellenbasis
schildert er die Entwicklung und Perfektionierung der Bombenwaffe, ihre
verheerende Auswirkung am Boden, das traumatische Erleben der in Bunkern
und Kellern ausharrenden Bevölkerung, den Tod durch Hitzschlag, Luftdruck
und Brandgase und den Untergang eines unermesslich reichen Kulturerbes.
Eine befremdliche Lücke in unserem nationalen Gedächtnis wird endlich geschlossen.
Anzahl der Meinungen insgesamt: 1
Friedrichs Buch rührt bewusst an ein Tabu
von
Elisabeth Stein-Salomon
(Akademische Buchhandlung Knodt)
, 30.11.2006