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März 2001 - kartoniert - 332 Seiten
"Weibliches Begehren und leibhaftiges Opfer" - der Titel postuliert per
se einen Zusammenhang zwischen ersterem und letzterem. Will sagen, hier
kommt ein weibliches Begehren zur Sprache, das zugleich eine Opferung des
weiblichen Leibes beinhaltet. Genaugenommen existiert das weibliche Subjekt
in einer von patriarchalischen Strukturen dominierten Gesellschaft nicht
wirklich, sondern funktioniert lediglich als Effekt männlicher Imagination.
"Die Frau ist nicht Subjekt" (Horkheimer/Adorno 1944). Für das weibliche
Begehren ist kein Ort vorhanden, womit es zum Verschwinden gebracht zu
sein scheint. Gleichzeitig manifestiert es sich als Leiden des weiblichen
Subjekts, das seine Existenzbedingungen als Zwiespalt wahrnimmt. Wahrnehmen
ist ein bewußter, vom Gehirn gesteuerter Vorgang, und "das Gehirn stand
und steht in Wechselbeziehung zum Körper. Die Seele atmet durch den Körper,
und Leiden findet im Fleisch statt..." (Damasio 1994). Insofern realisiert
sich das Begehren des weiblichen Subjekts auf Kosten seiner leiblichen
Integrität. Welcher Logik folgen Frauen, die bei gleichwohl emanzipatorischen
Ambitionen der Zerstörung ihrer physischen und psychischen Integrität substantiell
nichts oder zu wenig entgegenzusetzen haben?
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