Mano Dayak schreibt als erster Tuareg die Geschichte seines Volkes. Er beschreibt die Kultur der Tuareg, das
Leben in den Nomadenlagern, die Rolle der Frauen, den
Ablauf der Feste, die Arbeit des Weidens und die Überlebensstrategien in der Wüste, die sich seit Jahrhunderten
bewährt haben.
Diese Kultur, die auf dem Wissen um die Bewohnbarkeit
der Wüste basiert, ist in Gefahr, mit den Tuareg zu verschwinden, wenn es nicht sehr bald gelingt, ihrem Elend
ein Ende zu setzen und eine friedliche Lösung des
Konflikts im Niger herbeizuführen.
Mano Dayak, geboren ungefähr 1950 im Wadi von Tidene, war
der einflußreichste Tuareg-Führer. Er studierte in New York
und Paris, eröffnete dann ein Reisebüro in Agadez, um ausländischen Touristen die Schönheiten der Sahara zu zeigen, aber
auch, um die Wirtschaft in seinem Heimatland anzukurbeln.
Aus dem gleichen Grund setzte er sich dafür ein, daß die Rallye
Paris-Dakar über Agadez führte. Er versuchte mit allen
Kräften, das Tuareg-Problem einer breiten Öffentlichkeit nahezubringen und die immer wieder drohenden blutigen
Auseinandersetzungen abzuwenden. Mano Dayak starb im
Dezember 1995 beim Absturz seines Flugzeuges in der Wüste.
Er war auf dem Weg zu den vielleicht wichtigsten
Friedensverhandlungen.