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Dezember 2001 - gebunden - 682 Seiten
Die Ära Brandt markiert eine Zeitenwende in der bundesrepublikanischen Geschichte. Brandt ist auf dem Höhepunkt seiner politischen Laufbahn: Außenminister und Kanzler der zweiten deutschen Demokratie. Die über 100 Dokumente von Willy Brandt geben ein Panorama des politischen und gesellschaftlichen Geschehens der Jahre 1966-1974. Sie zeigen zudem die politische Wirklichkeit der Kanzlerdemokratie: die Handlungsräume und ihre Grenzen. Willy Brandts Regierungsjahre bilden eine Zäsur in der Geschichte der Bundesrepublik. Kein anderer Zeitabschnitt wird derzeit so heftig debattiert wie das Jahrzehnt von Mitte der 60er bis Mitte der 70er Jahre: die Ära Brandt. Sind diese Jahre gleichbedeutend mit einer "Umgründung“ von Staat und Gesellschaft? Was heißt das berühmte und vielzitierte Wort aus der Regierungserklärung von Brandt 1969: "Wir wollen mehr Demokratie wagen!“? Für Brandt ist dieser Zeitraum der Höhepunkt seiner politischen Laufbahn: Erst Außenminister, dann Kanzler der zweiten Demo-kratie, die er – als Exilant und Widerstandskämpfer gegen Hitler – nun als Vizekanzler und Regierungschef fast ein Jahrzehnt prägen und gestalten kann. Die über 100 Dokumente zeigen, dass Brandts politische Leidenschaft sich nicht auf die Außen- und Deutschlandpolitik beschränkt. Sein Engagement ist umfassender: Die Ausgestaltung der sozialen Demokratie und der innenpolitischen Reformen sind für Brandt Eckpunkte seiner politischen Arbeit. Durch die Auswahl unterschiedlichster Quellen – Briefe an Politiker und Personen aus Kultur und Wissenschaft, Notizen aus Gesprächen, Interviews, persönliche Aufzeichnungen, Reden, interne Vermerke u. a. – erhält der Leser einen umfassenden Eindruck des Innen- und Gesellschafts-politikers Brandt. In drei großen Abschnitten entsteht ein Panorama des politischen und gesellschaftlichen Geschehens der Jahre 1966-1974: Die Große Koalition von SPD und CDU von 1966 bis 1969; die sozialliberale Koalition von SPD und FDP ab 1969; und schließlich die Zeit nach dem Wahlsieg im November 1972, als die Erosion der Macht des Kanzlers einsetzte: Ob es die Regierungsbildung ist, die Auseinandersetzung mit den Interessengruppen um die richtige Wirtschaftspolitik, der Schock durch die "Ölkrise“ mit dem Sonntagsfahrverbot, Konflikte innerhalb der SPD – der Kanzler ist in der Defensive. Die Quellen vermitteln einen Eindruck vom Ringen Brandts um die Gestaltung der Politik auch in dieser Zeit, sie offenbaren aber auch bittere Enttäuschungen bis hin zum Rücktritt 1974, der durch seine persönlichen Aufzeichnungen und Gedanken dokumentiert wird.
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