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April 2007 - kartoniert - 240 Seiten
Mit Walter Benjamins Ursprung des deutschen Trauerspiels legen die suhrkamp taschenbücher wissenschaft eines der kanonischen Werke der neueren Ästhetik vor. 1925 als Habilitationsschrift nicht angenommen und erst drei Jahre später unter Schwierigkeiten publiziert, wird der singuläre Rang des Trauerspielbuches inzwischen allgemein anerkannt. Nach der Theorie des Romans von Lukas und vor Adornos Philosophie der neuen Musik stellt Benjamins Traktat einen bis heute unerreichten Beitrag zur Überwindung der Grenzen wissenschaftlicher Arbeitsteiligkeit dar. Von der Analyse der deutschen Trauerspiele des 17- Jahrhunderts ausgehend, liefert Benjamin einerseits die Geschichtsphilosophie der Barockepoche, auf der anderen Seite eine stringente Abgrenzung der klassischen Tragödie vom Trauerspiel als literarischer Form sui generis. Die Rettung der Allegorie - das Zentrum des Trauerspielbuches - eröffnete erstmals den Blick für lange verkannte Bereiche der poetischen wie der theologischen Sprache. Wenn Benjamin mit dem Ursprung des deutschen Trauerspiels der Befassung mit Literatur philosophische Dignität verlieh, so erstattete er gleichzeitig »der Philosophie inhaltliche Dignität zurück« (S. Kracauer). Zwar noch nicht materialistisch, aber schon dialektisch - so steht das Buch am Eingang von Benjamins Entwicklung zum bedeutendsten marxistischen Kunsttheoretiker der Epoche. Die vorliegende Ausgabe enthält den von Rolf Tiedemann für Benjamins Gesammelte Schriften kritisch revidierten Text.
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