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Juni 2008 - gebunden - 192 Seiten
¿Sie wusste nicht, wie ihre Mutter aussieht. Sie wusste nur, wie sie riecht und wie sie sich anfühlt. Ihre Hände kannten den Körper der Mutter und ihr Körper kannte die Hände der Mutter. Es waren die Einzigen, von denen sie sich manchmal liebkosen ließ. Sie kannte die Hände des Vaters und die Hände der Kinderfrau. Sie konnte sie genau unterscheiden, aber sie wusste nicht, dass die einen weiß und die andern schwarz waren. Sie wusste überhaupt nicht, dass es schwarze und weiße Hände gibt... Sie wusste nichts vom Bürgerkrieg und nichts davon, dass ihr Vater Hauptmann in der konföderierten Armee gewesen war. Auch nach dem Krieg nannte man ihn weiter Captain Keller. Nur konnte sie es nicht hören. Kein Laut drang an ihr Ohr...¿
So beginnt die Geschichte der Helen Keller, die einmal in alle Weltsprachen übersetzte Bücher schreiben wird. Dass diese Geschichte zur Legende und Helen Keller zur Licht(!)-Gestalt wurde, ist verständlich. (Sie selbst hat sich dagegen nicht zur Wehr gesetzt; während ihrer Vortragsreisen trat sie ganz in Weiß aufs Podium.) Doch die Legende verstellt allzu leicht den Blick auf das Mädchen und die Frau Helen Keller. Und auf die Geschichte einer Welterschließung, die uns Hörenden und Sehenden erklärt werden muss, damit wir sie nicht nur für das Wunder halten, das sie gewiss auch ist.
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