Früh erfahrene Verlassenheit führt oft zu Selbstentfremdung. Nur im wiederentdeckten Dialog mit dem inneren Kind kann diese Wunde geheilt werden. Kathrin Asper wendet sich an die an ihrem Selbstwert zweifelnden Menschen, denen es eine Wohltat sein kann, von dieser erfahrenen Psychotherapeutin »erlauscht« und verstanden zu werden.
Verlassenheit und Selbstentfremdung sind Gefühle, die heute
weit verbreitet sind. Psychologisch sind sie verantwortlich für
ein gestörtes Selbstwertgefühl, das Leitsymptom der
sogenannten narzißtischen Störung ist. Dieses moderne
Phänomen dürfte wohl mit dem Verschwinden tragender,
allgemein verbindlicher Werte zusammenhängen, wodurch Verunsicherungen
deutlicher zutage treten. Die Psychotherapie mißt der Entstehung
von Ich-Schwäche in der Kindheit besondere Bedeutung zu und
sieht in der Wiederaufnahme des Dialogs mit dem «inneren
Kind» den Ansatzpunkt für die Heilung. Erst wenn das
bislang stumme Kind im erwachsenen Menschen gehört wird,
kann es zu einer Wandlung kommen. Auf Grund ihrer besonderen
Einfühlungsgabe und langjährigen Erfahrung als Psychotherapeutin
erschließt Kathrin Asper neue Zugänge zu Ursache und
Verständnis dieser seelischen Verletzung. Von entscheidender
Bedeutung bei diesen Therapien ist für sie die mütterlich-fürsorgliche
Haltung, die der väterlich zielgerichteten vorzuziehen ist.
Mit zahlreichen Fallbeispielen, Träumen und Märchen
macht die Autorin ihre Thesen anschaulich und verständlich,
so daß ihr Werk nicht nur ein Handbuch für Therapeuten,
Ärzte, Seelsorger und Pädagogen ist, sondern «es
richtet sich auch an unzählige an ihrem Selbstwert zweifelnde
Menschen, denen es bei der Lektüre eine Wohltat bedeuten
kann, von einer so wissenden Autorin erlauscht und verstanden
zu werden.» (Zürichsee Zeitung)
Kathrin Asper
geboren am 12. März 1941 in Zürich, studierte Sprachen,
Literatur und Pädagogik und promovierte mit einem literarischen
Thema. Nach ihrer Heirat ließ sie sich am C. G. Jung Institut
in Zürich zur Psychotherapeutin ausbilden und arbeitet dort,
neben ihrer eigenen Praxis, als Lehranalytikerin und Dozentin.
Außer zahlreichen Aufsätzen in Zeitschriften und Sammelbänden
veröffentlichte sie Von der Kindheit zum Kind in uns
(1988), Schritte im Labyrinth (1992) und Fenster im
Alltag (1994).