Dogen Zenji war eine herausragende Persönlichkeit des Buddhismus im 13. Jahrhundert und Begründer der japanischen Soto-Schule. Unter DogenZenjis umfangreichen Schriften ist Genjokoan diejenige, die er für den Anfang seines Hauptwerkes Shobogenzo (Die Schatzkammer des wahren Dharma-Auges) auswählte. In knapper und poetischer Form werden darin wichtige Fragen zum Verständnis des Buddhismus angesprochen und es wird als Schlüssel oder Abriss des Shobogenzo angesehen. Hakuun Yasutani Roshi ist mit seinen Veröffentlichungen im deutschen Sprachraum so gut wie unbekannt. Mit diesem Kommentar zum Kapitel Genjokoan aus Dogen Zenjis Lebenswerk Shobogenzo zeigt er in eindruckvoller Weise, wie wichtig die Praxis, die Übung des Zazen, auf dem Buddha-Weg ist. Seine Aussagen belegen, dass die Sanbo-Kyodan-Schule in der Übungspraxis von Dogen Zenji fest verankert ist. Yasutanis außerordentlich tiefe und umfassende Kenntnis von beiden, der Soto- und der Rinzai-Literatur, eröffnen dem Leser eine Gelegenheit sich selbst mit Schlüsselaussagen, -figuren und -schriften in der Zen-Tradition vertraut zu machen. Da Yasutani bereits 82 Jahre alt war, als der Kommentar zum ersten Mal veröffentlicht wurde, bringt er praktisch ein lebenslanges Studium und aufrichtige Praxis sowie auch tiefe Weisheit, die in Dekaden seines Lehrens reifte, in dieses Juwel, das Genjokoan, mit ein. Der Autor beleuchtet den geistigen Gehalt eines jeden Abschnittes in einer Weise, die danach strebt, unser Verständnis dafür zu öffnen und uns in unserem Vertrauen, unserer Praxis und Realisation zu ermutigen."Endlich steht dieser grundlegende Text zu Dogens Genjokoan westlichen Lesern zur Verfügung! Ich erinnere mich daran, wie Paul Jaffe diesen herausragenden Kommentar zusammen mit Maezumi Roshi übersetzt hat und wie sehr Maezumi Roshi diese Übersetzung schätzte und für wichtig hielt. Ich bin hocherfreut, dass nun mehr und mehr Zen-Anhänger die Feinheit und das Verständnis von Yasutani Roshi teilen können." --Roshi Bernhard Tetsugen Glassman, Autor von Anweisungen für den Koch"Die elegante Übersetzung eines großartigen Kommentars von einem hervorragendem Zen-Meister. Äußerst empfehlenswert."--Philip Kapleau, Autor von Die Drei Pfeiler des Zen"Yasutanis Einfluss auf die Entwicklung des Zen im Westen ist außerordentlich groß, und dieses Buch mit seinen Kommentaren zum Genjokoan wird sicherlich einen Platz unter den Zen-Klassikern im Westen einnehmen. Paul Jaffes Übersetzung hat Roshis Vitalität und kreative Art des Dharma-Lehrens eingefangen, ohne seine scharfen und kritischen Kanten zu kompromittieren.--John Daido Loori, Autor von Das Zen der KreativitätFeurig, leidenschaftlich, scharf und bestimmt - Yasutani Roshis bemerkenswerte und doch feine Lehrweise zum Genjokoan wird die Tore zum Verständnis dieses großen Textes öffnen."--Zoketsu Norman Fischer, früherer Co-Abt des San Francisco Zen Center und Gründer der "Everyday Zen Foundation" "Erleuchtung bedeutet das Aufwachen zur Welt der Einheit, schreibt Yasutani Roshi. In klaren Worten umkreist Yasutani die wirkliche Wirklichkeit, eine Wirklichkeit ohne Grenzen. Als Lehrer der Sanbo-Kyodan-Schule bin ich glücklich, dass nun auch die Texte des Gründers dieser Zen-Linie der Öffentlichkeit zugänglich sind. Ein Muss für alle, die sich der Zen-Praxis widmen."--Wolfgang Walter, E'un-Ken (Wolke der Weisheit) Zen-Lehrer der Sanbo-Kyodan-Schule und Autor von "Die Befreiung des Ich", "Märchen zum Aufwachen" u.a.
Yasutani Hakuun (1885 - 1973) wurde in der Meiji-Ära (1868 - 1912) geboren. Im Alter von 16 Jahren begann er unter Nishiari Bokusan zu studieren und setzte es dann unter verschiedenen anderen buddhistischen Priestern fort. Er vervollständigte seine Ausbildung weiter, indem er eine 10-jährige Laufbahn als Grundschullehrer und Rektor einschlug. Im Alter von 30 Jahren heiratete er und gründete eine Familie. Mit 40 Jahren, kehrte er zu seiner Berufung als Priester zurück. Kurze Zeit darauf wurde er zum besonderen Priester-Abgesandten für die Verbreitung der Soto-Schule ernannt, reiste im Land umher und gab Unterweisungen.Im Jahre 1954 gründete er eine eigene Organisation als unabhängige Zen-Schule, die Gruppe Sanbō-Kyōdan (Gemeinschaft der Drei Schätze) und brach mit der Soto-Schule. Seine Laufbahn als Zen-Lehrer verfolgte er mit Eifer, hingebungsvoll und unbeirrbar. Während der nächsten 30 Jahre hielt er über 300 Sesshin, leitete zahlreiche regelmäßige Zazen-Treffen und lehrte bis 1969 u.a. auch in Amerika, England, Frankreich und Deutschland. Er war ein Hauptbefürworter jener Laien-Zen Praxis, welche einen besonders wichtigen Einfluss auf die Zen-Entwicklung im Westen hatte. Zu seinen Schülern zählten Philip Kapleau, Robert Aitken, Shimano Eido und Maezumi Taizan, die alle eine bedeutende Rolle im westlichen Zen einnahmen. Sein gewaltiger Einfluss im Westen beruhte auf seiner intensiven Hingabe an die Praxis und Verwirklichung, zusammen mit seiner Bereitschaft, Tradition mit Veränderung zu verbinden.